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Was ist Traisen.w³?sparklinglogo_mit_bmwfw_72rgb

“Traisen.w³” ist ein Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms Sparkling Science, in dessen Rahmen WissenschaftlerInnen gemeinsam mit Jugendlichen an aktuellen Forschungsfragen arbeiten.

Das Ziel des Projekts lässt sich anhand von drei Fragewörtern (w³) darstellen und wird am Beispiel des Traisen Einzugsgebiets erforscht:

  • Was? und Wie? Identifikation, Wahrnehmung und Bewertung von Ökosystemleistungen (im Besonderen ökologische und kulturelle Leistungen) in unterschiedlichen Flusslandschaften
  • Warum? Verstehen von Zusammenhängen und Prozessen in Flusslandschaften um zukünftige nachhaltige Planungen in der Region zu unterstützen

Das Projekt baut auf den Erfahrungen und Forschungsergebnissen des Sparkling Science Projekts „FlussAu:WOW!“ auf. Basierend auf dem auch im Rahmen dieses Projekts ermittelten Bedarf nach Förderung naturwissenschaftlicher Kompetenzen und interdisziplinärer Bearbeitung ökologischer Themen wurde im gegenständlichen Projekt der Fokus auf das Verständnis von Jugendlichen für einzugsgebietsbezogene Prozesse in Flusslandschaften gelegt.

Schwerpunkt Geodaten

Im gegenständlichen Projekt war ein wesentliches Ziel, öffentlich verfügbare Geodaten auf Einzugsgebietsebene in Kombination mit subjektiven Wahrnehmungen der BewohnerInnen für die Bewertung von ÖSL der Flusslandschaft Traisen heranzuziehen. Die SchülerInnen nahmen im Projekt dabei gleichermaßen die Rolle der ForscherInnen als auch der „Erforschten“ ein. Als erster Arbeitsschritt wurde die Verfügbarkeit von Geodaten zur Analyse von ÖSL erhoben. Die „Riparian Zones“ Landnutzungsdaten zeigten über 33 Landnutzungs-Klassen im Traisen-EZG und lieferten eine wertvolle Basis zur Einschätzung des Hochwasserschutzpotentials und für die Identifizierung von ökologischen ÖSL auf EZG-Ebene. Für genaue lokale Betrachtungen sind jedoch Kartierungen oder Befragungen der lokalen Bevölkerung unerlässlich.

Wahrnehmung von Flusslandschaften

Bezüglich der Wahrnehmung der Flusslandschaft von Jugendlichen legten die SchülerInnen bei einer ersten, digitalen Kartierung ihren Fokus vor allem auf kulturelle Leistungen. Bei den Kartierungen am Aktionstag waren die Ergebnisse differenzierter und ökologische ÖSL wurden verstärkt wahrgenommen. Diese Ergebnisse lassen auf einen Perspektivenunterschied der Jugendlichen zwischen „digitaler“ (Geodaten) und „realer“ Flusslandschaft (Kartierung) schließen.

Zusätzlich wurde die Wahrnehmung von Prozessen und Funktionen in Flusslandschaften durch Jugendliche und deren in der Region lebenden Angehörigen mittels Fragebögen erhoben. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Bedeutung kultureller und ökologischer Leistungen für die SchülerInnen und ihre Angehörigen. Hinsichtlich der ökologischen Leistungen ergab sich im Rahmen der Befragungen der Hochwasserschutz als eine jener Funktionen der Flusslandschaft Traisen, die als wichtig angesehen wurde.

Hochwasserschutz und Erholungsnutzung an der Traisen

Die Ergebnisse von Landschaftsanalysen (u.a. mittels Landscape metrics), Kartierungen und Wahrnehmungserhebungen führten zu einer Bewertung des Hochwasserschutzpotentials und der Erholungsfunktion im EZG der Traisen. Diese zeigt, dass durch die teils großflächige intensive Nutzung des Talbodens die Landschaft im Einzugsgebiet der Traisen erst im Mündungsbereich ein gutes Rückhaltepotential aufweist. Die Bewertung der Erholungsfunktion gibt einen guten Überblick über das Potential für Freizeitnutzung innerhalb der Flusslandschaft Traisen.

Systemverständnis

Weiteres Ziel des Projekts ist die Förderung des Systemverständnisses bei Jugendlichen durch die Anwendung unterschiedlicher Kommunikations- und Bildungsmethoden (dem Konzept der ÖSL sowie der Modellierung komplexer Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in Flusslandschaften mittels der Software „DynaLearn“).
Wissensvermittlung von gewässerökologischen Themen in Schulen ist wichtig, da bei den Jugendlichen kaum Bewusstsein über regionale Vorgänge oder Prozesse in Flusslandschaften vorhanden ist. Zu Beginn des Projekts konnten wir klar ein fehlendes Problembewusstsein der Jugendlichen zum ökologischen Zustand der Traisen belegen. Durch die Durchführung der Schulworkshops konnte dieses maßgeblich verbessert, erweitert und geschärft werden. Sowohl die SchülerInnen der 5. Klasse, die verstärkt mit dem ÖSL-Konzept arbeiteten, als auch jene der 7. Klasse, die mit der Lern-Software „DynaLearn“ modellierten, zeigten nach den Schul-Workshops einen signifikanten Verständniszuwachs.
Weiters konnten die SchülerInnen mittels der Lern-Software angeleitet werden, Zusammenhänge in einer komplexen Umwelt zu verstehen. Dieses Systemverständnis ist elementar um Ursache Wirkungs-Zusammenhänge zu erkennen und nachhaltige Entscheidungen im Flussgebietsmanagement zu treffen. Alle Modell-Szenarien der SchülerInnen spiegelten nachhaltige Entwicklungen der Flusslandschaft wider.

Nachhaltiges Flussgebietsmanagement

Die Forschungsergebnisse des Projektes Traisen.w3 leisten gemeinsam mit den vielfältigen Aktivitäten mit den SchülerInnen, PädagogInnen und BewohnerInnen im Einzugsgebiet einen wertvollen Beitrag zu einem nachhaltigen Flussgebietsmanagement. Durch die regionale Fokussierung auf das Einzugsgebiet der Traisen und die Kooperation mit dem Renaturierungsprojekt LIFE+ Traisen ist ein positiver Rückkopplungseffekt des Projektes auf nachhaltige Entscheidungen auf regionaler und nationaler Ebene möglich.